Persische Teppiche

Alte persische Teppiche
Die Ursprünge der persischen Knüpfkultur liegen wohl in der Zeit um 224 n.Chr.

Die Teppiche aus Täbris sind groß, länglich geschnitten und relativ schmal. In der Mitte des ‚Feldes befindet sich ein Sternmedaillon oder ein Medaillon, das in Strahlen ausläuft. Medaillonviertel zieren die Ecken des Feldes. Im allgemeinen bildet ein regelmäßiges Blumenmuster den  Grund. Diese Teppiche ähneln durch die Medaillonmotive den Emblemen turkmenischer Stämme, die Täbris im 15. Jahrhundert beherrschten. Diese neue, persische Hofkunst weist Verbindungen  zum türkischen Erbe auf. Mehrere Teppiche die dieser Epoche und Region zugeordnet werden, befinden sich heute im Besitz verschiedener Galerien und Privatsammler.

 

 Kashan

Seit alters gilt Kashan als bedeutendes Zentrum der Seidenindustrie und des Kunstgewerbes. Darüber hinaus ist die Stadt durch ihre hochwertigen Veloursteppiche berühmt geworden. Im 16. Jahrhundert wurden in Kashan vier Gruppen von Teppichen gefertigt: - Floralteppiche mit vierblättrigem MittelmedailIon und Eckzwickeln, - ähnliche Teppiche mit Tierkampfszenen, Teppiche mit Tiermustern, wobei die Tiermotive einzeln oder in Gruppen angeordnet sind, Floralteppiche mit vierblättrigem Mittelmedaillon, die mit einem Band eingefasst sind.In erster Linie wurde Kashan durch seine Velourstextilien berühmt. Aus diesem lndustriezweig entwickelte sich fast zwangsläufig die Herstellung von Teppichen, die sich durch dieselbe samtige Beschaffenheit auszeichneten. Händler strömten in Scharen in die Stadt. Sie priesen die aus Samt und Seide gefertigten Arbeiten, die brochierten Stücke, die kurzflorigen Teppiche und die mit Metallfäden durchwirkten Wandbehänge. Kashan war auch für seine mit Metallfäden durchwirkten Seidenkelims bekannt. Im Jahr 1601 sandte Sigismund III.,  König von Polen, seinen Hoflieferanten, nach Kashan. Der Hoflieferant war angewiesen, dort Teppiche in Auftrag zu geben und deren Herstellung persönlich zu überwachen. In den Archiven von Warschau befindet sich eine Kostenaufstellung vom 16. September 1602, mit der dem Monarchen ,sechs Teppiche im Wert von 39 bis 80 Kronen pro Stück, zuzüglich fünf Kronen für das Einweben les königlichen Wappens, in Rechnung gestellt wurden.

 

Kerman

 Noch ist nur wenig er die Teppichherstellung in Südpersien vor dem 16. Jahrhundert bekannt. Damals hatte Persien zwei Hauptstädte: Suryan in der Provinz Sistan und Bardachir. Bardachir heißt heute Kerman. Teppiche aus Kerman waren sehr gefragt. Die Teppiche aus Kerman werden wegen ihrer vielfältigen Muster bewundert.Es werden in Kerman Felder-, Paradies-, Sträucher-, Garten- und Gebetsteppiche sowie Teppiche mit Arabeskenmuster hergestellt. Schah Abbas der Große schenkte dem osmanischen Gesandten gold- und silberdurchwirkte Teppiche aus Kerman.  Auf den ersten Blick wirken die Kerman- Teppiche besonders strapazierfähig. Dennoch nutzt sich bei vielen Stücken die Unterseite sehr schnell ab.Er verbirgt einen großen Nachteil: Die Kettfäden aus Baumwolle werden durch drei Schussfäden aus Wolle gebunden. Der erste und der dritte Schussfaden sind so straff gewebt, dass die Kettfäden statt einer glatten Ebene ein gestaffeltes Relief bilden. Der zweite., ,lockerer gewebte Schussfaden besteht meist aus Baumwolle, seltener aus Seide. Durch die Reliefstruktur liegt der zweite Schussfaden an der Unterseite des Gewebes frei und nutzt sich somit schneller ab. Er wird leicht brüchig und löst sich an der Unterseite des Webstückes. Zu den ungewöhnlichsten Stücken, die Kerman bisher zugeordnet wurden, zählen der Medaillonteppich mit ansteigenden Rauten, Tierkampfszenen und inverser Bordüre im Philalelphia Museum of Art (Sammlung William) und der elegant gezeichnete Teppich., der unter dem Namen Corcoran-Thronteppich bekannt ist und sich als Leihgabe der Coreoran Gallery of Art im Textile Museum in Washington befindet. Er besticht durch ein ausdrucksstarkes Muster aus Arabesken und gezackten Blättern.

 

 Täbris

 

Teppichfragmente, die bei den Ausgrabungen in Khorasan, entdeckt wurden, stammen aus der Zeit der Sassaniden (224-651 nach Christus). Unter diesen Fundstücken befinden sich sowohl glatt gewebte als auch Veloursteppiche. In Dura-Europos ,im heutigen Syrien, das 256 nach Christus zerstört wurde, wurden bei Ausgrabungen ebenfalls Veloursteppiche und symmetrisch sowie asymmetrisch geknüpfte Teppichfragmente geborgen. Die Perser verwendeten beide Knotentypen, der asymmetrische Knoten kommt jedoch weitaus häufiger vor. Leider fand man aus der Zeit vor dem 16.Jahrhundert nach Christus nur Teppichfragmente, aber aus der Literatur wissen wir, dass manche dieser Teppiche sehr wertvoll waren. Der „Frühlingsteppich aus dem Palast Choraus II, war ein golddurchwirkter, mit Edelsteinen besetzter Seidenteppich. Marco Polo berichtete in dieser Zeit ebenfalls über prunkvolle Teppiche. 1502 erlangte der Schah Ismael dank der Unterstützung der Turkmenen große Macht und die schiitische Form des Islam wurde zur Staatsreligion. Das heute zwischen Russland und dem Iran aufgeteilte Aserbaidschan war damals Zentrum der Kultur im neu entstandenen Safawiden Reich.Die Teppichknüpfkunst blühte in Folge stabiler Verhältnisse auf. In Städten wie Täbris, Herat, Kerman, Isfahan, Kashan und Dshoushegan wurden staatliche Knüpfmanukakturen eingerichtet. Aber auch in Hamadan, Schiras, Mashad, Quian, Sabzawar und Suryan wurden Teppiche geknüpft. Stellvertretend für viele werden hier vorerst einmal 3 Teppichzentren näher beleuchtet.

Weiter