CHINESISCHE TEPPICHE - TEPPICHE AUS DEM HOHEN TIBET



CHINESISCHE TEPPICHE IM WANDEL DER ZEIT

Die ersten chinesischen Teppiche stammen aus den 8. Jahrhundert n. Chr. Die wertvollen Seidenteppiche wurden für den kaiserlichen Hof gefertigt und bedeckten Wände und Böden des kaiserlichen Palastes. Um die Fasern für die Teppiche herzustellen, wurde eine aufwendige Seidenraupenzucht betrieben. Echte Seidenteppiche sind heute nur noch selten zu finden. Doch auch Teppiche aus mongolischer Wolle wurden in China gefertigt. Die Blütezeit erlebten chinesische Teppiche etwa gegen das 19. Jahrhundert.

Chinesische Teppiche tragen die gleichen charakteristischen Merkmale wie die Bilder der chinesischen Malerei. Symbol und mythische Fabelwesen zieren die Teppiche. Der Feuervogel Phönix oder der chinesische Drachen ist auf den Teppichen zu sehen. Doch auch Symbole aus der Natur, wie Bäume, Wolken, Berge und florale Motive, wurden für die Teppiche verwendet. Bezüglich Musterung und Farbgebung haben sich die Teppiche über eine lange Zeit hinweg kaum verändert. Vielleicht sind sie auch deshalb seit Jahren sehr populär und beliebt. Die Farben und Muster wurden von Generation zu Generation weiter gegeben und sind deshalb nur schwer in eine Periode einzuordnen. Die Weiterentwicklung geschah schleichend und war auch nicht immer sofort erkennbar.

In den Teppichen finden sich typische chinesische Farbgebungen wieder. Aprikose und Lachs, Gold und Silber sowie Rotbraun, Königsgelb und Grün dominieren in der Farbgestaltung. Die Wolle der chinesischen Teppiche ist ganz besonders weich. Ei seidiger Glanz ist das Markenzeichen der Teppiche. Die typischen Elemente in der Musterung der orientalischen Teppiche fehlen bei der chinesischen Teppichherstellung. Muster werden nur gezielt eingesetzt. Viele haben eine tiefere Bedeutung. Diese spielt beim Kauf eine ebenso große Rolle, wie das „Muster an sich.

Die Teppiche werden in China manuell hergestellt. Die hochwertigen Handarbeiten werden von professionellen Teppichknüpfern gefertigt. Obwohl die Teppiche in der technischen Herstellung den Orientteppichen gleichen, werden sie nicht zu den orientalischen Teppichen gezählt. Diese unterscheiden sich grundlegend voneinander, dass merkt nicht nur der Kenner, sondern auch der Laie oder derjenige, der sich auch noch nicht so intensiv mit der Thematik beschäftigt hat.

Mit der Industrialisierung in China hat auch die Handarbeit bei der Teppichherstellung abgenommen. In staatlichen Manufakturen findet die Produktion der chinesischen Teppiche statt. Auch Fertigungen in einer entsprechenden Wunschgröße oder mit einem bestimmten Muster können von den Manufakturen erbracht werden. Dabei dominieren chinesische Zeichen, die im Zusammenhang mit dem zukünftigen Besitzer stehen, oder Drachenmotive. Diese Muster wirken meist auf den ersten Blick bedrohlich und stellen auch Kampfsituationen dar, doch dies ist die Tradition und herrscht schon seit Jahrhunderten vor.

TEPPICHE AUS DEM HOHEN TIBET

Fliegende Teppiche gibt es leider noch nicht zu kaufen. Die wundervollen Dinger, mit denen man die ganze Welt bereisen könnte, gibt es leider nur im Märchen. Doch Teppiche, auf denen Märchen zu sehen sind, findet man es in großer Vielfalt in den Fachgeschäften. Vor allem im Hochland von Tibet werden einmalige Unikate gefertigt, die aus jahrhundertealten Traditionen entstanden sind. Doch nicht nur die Bilder auf den Teppichen sind einzigartig. Auch die Technik der Teppichherstellung ist unvergleichlich. Die hohen handwerklichen und künstlerischen Fähigkeiten der Tibetaner bringen hochwertige Teppiche von wundervoller Schönheit hervor. Durch die Besetzung von China werden heute diese Teppiche auch im Exil in Nepal gefertigt.

Die Herstellung von Teppichen in Tibet kann bis in vorchristliche Zeiten zurück verfolgt werden. Da Teppiche in Tibet vor allem als Sitzgelegenheit verwendet werden, werden sie in der traditionellen Größe von 90 x 180 cm gefertigt. Doch auch als Satteldecken für die Pferde fanden die Teppiche Verwendung. Inzwischen sind die hochwertigen Teppiche vor allem als Wandschmuck in vornehmen Häusern zu finden. Da die Nomaden des Tibets relativ abgeschieden lebten, entwickelten sich hier spezielle Techniken. Die dafür verwendete Wolle stammt von den Hochlandschafen der Region. Ihre langfaserige Struktur garantiert eine lange Haltbarkeit und eine hohe Stabilität.

Der ungewöhnliche hohe Anteil an Lanolin bleibt durch die schonenden Methoden der Verarbeitung erhalten. Die karge Vegetation der hohen Regionen bestimmte die Farbgestaltung der Teppiche. In Kupferkesseln wurde die Wolle bis zum Ende des 19.Jahrhunderts mit Naturpigmenten gefärbt. Erstaunlich, dass trotzdem ein unvergleichlicher Farbenreichtum entstand. Rot, Orange, Gelb, Blau, Braun und Rosa entstanden in verschiedenen Nuancen, die von den natürlichen Farben Schwarz, Weiß und Grau der Wolle ergänzt wurden. Die Fixierung für leuchtende Farben wurde ebenfalls aus natürlichen Stoffen gewonnen. So ist dies schon ein beträchtlicher Unterschied zwischen den handgefertigten Teppichen und denen, die mit Maschinen hergestellt werden. Oft schlägt sich die bessere Qualität und Güte auch im Preis nieder, was sich aber auf lange Sicht definitiv bezahlt machen wird.

Die einzigartige Knüpftechnik der Teppiche mit dem tibetanischen Knoten ermöglicht eine hohe Flordichte. Die sogenannte Schuss-Verdoppelung gibt dem Teppich eine ungewohnte Festigkeit. Traditionell sind auch die Motive. Tierdarstellungen, Blumen, Einhörner und Naturelemente bestimmen die Muster. Viele entstammen der buddhistischen Religion und erzählen bei näherer Betrachtung auch die ein oder andere Geschichte, eine Art Bildergeschichte, die auf diese Weise die Fantasie des Betrachter anregt. So ist jeder Teppich auf seine Weise ein Unikat.


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