TEPPICHE AUS 1001 NACHT



Orientalische Teppiche gleichen einem Märchen aus 1001 Nacht. Die gemusterten Teppiche in traumhaften Farben bekleideten früher die Wände der Häuser. Heute werden die Fußböden mit den Teppichen dekoriert. Hochwertige Teppiche werden immer noch in mühseliger Handarbeit gefertigt. Das kann unter Umständen auch einige Wochen und Monate in Anspruch nehmen, doch das spielt ja meistens nur eine unwesentliche Rolle. Es zählt die Einzigartigkeit, die jeden Teppich begleitet.

Die Entstehung der Teppiche wird den Nomaden zugesprochen. Die großen Einsatzmöglichkeiten der Teppiche machten sie für die Nomadenvölker zu einem unentbehrlichen Begleiter. Ob als Schlafunterlage, Tür fürs Nomadenzelt, Satteldecke für die Pferde oder als Aufbewahrung für die Gewürze, ein Teppich konnte immer verwendet werden. Dabei entwickelten sich je nach Landstrich und Nomadenstamm sehr eigenständige Muster und Farben, die von Generation zu Generation weiter gegeben wurden. Farben und Muster der Teppiche waren für den Stamm wie ein Wappen. Dieses Wappen wurde auch nicht verändert und man erkannte bereits aus einer gewissen Entfernung den entsprechenden Stamm. Gerade auf diese Möglichkeit der Präsentation war man sehr stolz.

Orientteppiche werden nach bestimmten Knüpftechniken hergestellt. Dabei werden ausschließlich hochwertige Materialien verarbeitet. Leinen und Baumwolle, manchmal auch Seide, wurden für die Teppiche verwendet. Abhängig von der Zahl der Knoten, die an der Kette befestigt sind, wird der Preis des Teppichs berechnet. Ein hochwertiger persischer Teppich kann schon einmal bis zu einer Millionen Knoten pro m² aufweisen.

Orientalische Teppiche erhalten heute ihren Glanz von preiswerter Kunstseide. Das macht sie für jeden erschwinglich. Außerdem werden die Teppiche dadurch pflegeleichter und stabiler. Viele Muster werden der orientalischen Architektur entnommen oder tauchen in Sagen und der Religion auf. Echte Kenner sehen auf den ersten Blick, um welchen Teppich es sich dabei handelt. Viele Teppichformen und Muster wurden auch dokumentiert und das entsprechende Wissen weitergegeben. Das ist auch ein Grund, warum man selbst heutzutage noch so viel über den Ursprung und die Entstehung weiß.

Eine der berühmtesten Städte in Persien ist Kashan. Hier werden sehr edle und hochwertige Teppiche gefertigt. Im 17. Jahrhundert gab es hier die erste königliche Manufaktur der Teppichknüpferei. Kashan ist ein wichtiges Zentrum für die Teppichherstellung und zum großen Teil an der Legende vom persischen Teppich beteiligt. Es wird auch angenommen, dass hier der berühmte Ardebil-Teppich geknüpft wurde, der heute im Victoria and Albert Museum in London zu sehen ist. Der Teppich besteht aus 32 Millionen Knoten und bedeckt eine Fläche von 61,5 m². Der persische Teppich wurde im 16. Jahrhundert gefertigt.


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